Mit 29kg, gut verteilt auf zwei Rucksäcke, starten wir heute Morgen unser neues Abenteuer. Zunächst mit der Bahn geht es über Eberbach, Mannheim nach Trier. Wir laufen den Moselsteig von Trier nach Bernkastel-Kues (ca. 110km)
Juni 17 2025
Mein Osten
Silbermond singt: „Meine Wurzeln, mein Revier – mein Osten, mein Osten.
Hab′ Bescheidenheit von dir – mein Osten, ich steh‘ zu dir…“
… und so begeben wir uns auf eine Zeitreise in die Kindheit/Jugendzeit – zurück in den Osten …
März 09 2025
Land of Maybe Tour 2025
Kanska“ – vielleicht ja, vielleicht nein.
Ein Wort, das man auf den Färöern immer wieder hört. Es schwingt eine gewisse Gelassenheit mit, eine Akzeptanz des Unvorhersehbaren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das Wetter hier kaum Raum für Verlässlichkeit lässt. Regen ist der ständige Begleiter – bis zu 280 Tage im Jahr. Nebel verhüllt die Landschaft, der Wind reißt an allem, was nicht fest verankert ist. Und der Himmel? Meist grau, als hätte die Sonne das Interesse an diesem Teil der Welt verloren.
https://findpenguins.com/1zn2xucspxggi/trip/land-of-maybe-tour-2025
Feb. 02 2025
4 Tage Hauptstadt Berlin
Das Bundespresseamt bietet jedem Abgeordneten die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger nach Berlin einzuladen. Bei der viertägigen Reise erhalten die politisch interessierten Besucher einen umfangreichen Einblick in das politische Berlin.
https://findpenguins.com/1zn2xucspxggi/trip/4-tage-hauptstadt-berlin
Juni 12 2024
Von Newcastle nach Ayr

Die Einfahrt in North Shields ist immer so ein Sehnsuchtsmoment …

Die Fähre legt pünktlich um 09:15 Uhr in Newcastle an, wir stehen ja ganz vorne und rollen auch wieder als allererster PKW vom Deck 4. Die Passkontrolle geht sehr schnell und somit sind wir zeitig unterwegs.
Warum sind die Grenzbeamten hier so freundlich und verwickeln dich sofort in ein kurzes, fröhliches Gespräch? Wenn ich mich an die Beamten am Frankfurter Flughafen erinnere, die kaum einen guten Tag über die Lippen bringen und dich anschauen, als sei man ein Schwerverbrecher. Ist es so schwer, freundlich zu sein? Zugegeben, die Briten sind sehr emphatisch, manchmal auch ein bisschen too much – aber es ist ehrlich und man kommt mit einem freundlichen Wort und einem Lächeln im Leben sehr viel weiter…
Nach den ersten 5..6 Roundabouts wird es nun wieder ruhiger und als wir auf der A69 sind, kommt sogar die Sonne wieder heraus. Wir suchen uns einen angenehmen Radiosender, von denen es allerdings außerhalb der Städte nur sehr wenige gibt. Im ländlichen Bereich ist fast nur BBC1, BBC-2 und BBC-3 (Klassik) verfügbar. Das Radioprogramm ist hier ganz anders als bei uns, viel weniger Musik, aber viele Telefonanrufe, Spiele usw. Später weichen wir dann auf Spotify aus. 😉 Man liest die vertrauten Ortsnamen auf den Schildern an der Landstraße, in der Ferne liegt der Hadrianswall.

Ganz kurz: Der Hadrianswall, eine Verteidigungsbefestigung der Römer in Britannien, wurde 122 n. Chr. unter Kaiser Hadrian erbaut. Er erstreckt sich quer durch Nordengland von Wallsend bis Bowness-on-Solway und bestand aus einer Steinmauer mit Gräben.

Es ist 11:20 Uhr, als wir inzwischen auf der A74 über den River Sark fahren – und Insider wissen – jetzt sind wir in Schottland. Das ist immer ein schöner Moment und immer ein Foto wert. 😉 Hinter dem Ort Greta machen wir eine kurze Bio-Pause auf einer Raststätte. Das haben wir früher nicht gemacht, aber es ist sehr angenehm. Hier gibt es öffentliche Toiletten, sehr sauber und vor allem kostenlos. So wie überall in UK, so wie in ganz vielen Ländern, die wir bisher bereist haben – so wie es in Deutschland nicht funktioniert … Aber das Thema jetzt abzuhandeln, würde den Rahmen sprengen. Hier gibt es eine ganze Menge an Schnellrestaurants (z.B. KFC), aber wir entscheiden uns für ein einfaches Sandwich. An der Kasse macht es kurz Pling … Apple Pay … auch das Thema würde jetzt den Rahmen sprengen. Am Ende der Reise werde ich diese Themen noch einmal ansprechen.

Wir fahren nun auf der A70 in Richtung Ayr und die Straße wird enger. So kennen wir das und so lieben wir das auch.

14 Uhr sind wir schon in Ayr angekommen, können aber noch nicht im Hotel einchecken. Also laufen wir am Strand entlang. Endlich wieder am Meer stehen. Auf der anderen Seite liegt Arran, Kintyre und hinten links am Horizont; in der kleinen Ecke kann man Nordirland sehen. Die Sonne strahlt und ich hole mir (wie immer) gleich meinen ersten Sonnenbrand. Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben und uns kurz sortiert haben, laufen wir in die „Stadt“.

Ayr ist recht übersichtlich und da wir Appetit auf Fish’n Chips haben, sagt mir Google – 4.7* Crown Chippy – also laufen wir dorthin. Das erste Schild, was uns ins Auge fällt, ist – „only Cash“ – Mhhh?

Die Dame im Laden hat sicher unser Gesicht gesehen und unser erstauntes Weggehen bemerkt, sie kommt aus dem Laden und sagt uns, dass wir auf der anderen Straßenseite einen Geldautomaten finden, wo wir Bargeld bekommen. Wir haben ja noch keines … Also holen wir uns ein paar Pfund und gehen zurück in den Laden. Sie regt sich über die Unverschämtheit auf, dass man an diesem Automaten nicht kostenlos Geld abheben kann (wie das sehr oft so üblich in UK ist). Da wir das gar nicht anders kennen, verstehen wir die Aufregung auch nicht 😉 aber egal, wir bekommen unsere Fish &Chips gemacht, bezahlen und setzen uns an einem Kinderspielplatz auf eine Bank und essen. Mhhh, ich habe schon wesentlich besseren Fish’n Chips gegessen, es ist sehr fettig und ich frage mich, wo die 4.7 Sterne herkommen. Sicher waren die noch nie bei Frankies in Shetland. 😀

Wir bummeln noch ein bisschen durch die Stadt, kaufen eine Flasche Wein (direkt aus dem Kühlschrank) und laufen zurück zum Hotel. Mit unseren Campingstühlen setzen wir uns dann ans Meer und genießen den Abend. Was für ein Blick, was für ein Wetter. Ab und zu kommt mal jemand mit seinem Hund vorbei – aber wir sind angekommen – in Schottland – im Urlaub.

Gegen 21 Uhr ziehen ein paar Wolken auf, wir laufen zurück ins Hotel, duschen und gehen schon ins Bett.
![]() | Horizon Hotel @ booking.com Esplanade, Ayr, KA7 1DT, UK https://www.horizonhotel.com/ 126 £ (prpn) |


Juni 11 2024
Von Bromisch nach Ijmuiden
Nachdem wir gestern Abend schon das Auto gepackt haben und nur noch die letzten Taschen einladen müssen – fahren wir kurz nach 6 Uhr zu Hause los. Es ist angenehm zu fahren, die Autobahn ist frei – bisher sind wir immer samstags gefahren, da sah es oft anders aus. Nach einer kurzen Rast und der (im Nachhinein) dummen Idee, noch einmal in Deutschland zu tanken, sind wir bald an der niederländischen Grenze. Wie wir schnell merken, ist selbst an der Autobahn das Benzin wesentlich günstiger als bei uns. Na ja, Lektion 1 gelernt.
Ich wundere mich, wie lange wir nach der „Grenze“ über DAB noch deutsche Radiosender hören können, Mobilfunk war gleich weg. 😉 Es ist ein sehr entspanntes Fahren bei 100 km/h. Man kann den Verkehr wesentlich besser einschätzen – ich würde mir das auch in Deutschland wünschen …

Um 11:50 Uhr sind wir schon am DFDS Terminal. Hier wird noch immer kräftig gebaut (die Anfänge hatten wir 2022 schon gesehen).

Wir haben noch viel Zeit und vertreten uns die Beine, laufen zum Ende des Hafenbeckens und stellen uns dann in die Warteschlange, die eigentlich noch gar keine ist – wir sind das zweite Auto. Vor uns steht ein englisches Pärchen, was auch gleich auf uns zukommt und fragt, ob sie in der richtigen Spur stehen. So kommen wir schnell ins Gespräch und können eigentlich ganz gut verstehen, warum sie fragen – es gibt wirklich keine gute Beschilderung – eigentlich ist alles recht wenig ausgeschildert … hinter uns stellt sich ein niederländisches Pärchen, auch wir kommen schnell ins Gespräch und erzählen uns gegenseitig von unseren Urlaubsplänen, geben Tipps und sehen uns dann später auch auf dem Sonnendeck wieder – aber dazu später mehr.
Kurz nach 13 Uhr werden die Tore geöffnet und der DFDS Check-in beginnt; wir bekommen unsere Bordkarten. Die Passkontrolle und Befragung durch einen jungen Zollbeamten sind kurz, ernst und schmerzlos – dann stehen wir noch zwei Stunden auf dem Vorplatz. Wir beobachten das Beladen der Fähre, die Ladebrücken, die Wohnwagen und Caravans, die nun schon auf die Fähre dürfen. Motorradfahrer sind nur eine Handvoll unterwegs (und vier Radfahrer) – das ist am Wochenende ganz anders… dann kommen die PKWs und wir dürfen wirklich als erste auf die Fähre fahren. Damit stehen wir ganz vorne auf Deck 4 und sollten auch die Ersten sein, die dann morgen in Newcastle vom Deck rollen dürfen.

Wie gewohnt geht dann alles ganz schnell – Rucksäcke und Jacken greifen, Kabine suchen, frisch machen und 10 Minuten später sitzen wir mit unseren ersten Guinness auf dem Deck 10 (wir sind auf der Princess) an der Skybar. Und jetzt genau in diesem Moment beginnt unser Urlaub – Harris & Lewis Comeback Tour 2024.

Das Pint Guinness kostet übrigens jetzt schon 6,70 € 🙈 Wenn es keine Tradition wäre …
Halb 5 legt die Fähre mit einer fetten schwarzen Rauchwolke ab. Das Deck 10 hat sich mittlerweile schon gut gefüllt, aber es ist wesentlich entspannter als an den Samstagfahrten.

Nachdem wir aus dem Hafenbecken sind, gehen wir zurück in die Kabine und dann erst einmal Whisky kaufen. Wie wir ja schon 2022 gemerkt hatten, haben sich nach dem Brexit die Ein- und Ausfuhrbestimmungen drastisch geändert. Wir können pro Person 2 Liter Alkohol nach UK einführen – dementsprechend sind auch die Angebote im Duty-Free Shop ausgelegt – also reisen wir auch mit 4 Liter Whisky in UK ein. 🙂

Nach dem Abendessen setzen wir uns aufs Deck 9. Hier haben wir Wind- und Regenschutz.

Eine große Regenfront zieht über uns hinweg, aber dann ist es trocken und die Abendsonne scheint wieder – und so gehen wir nach einem Absacker schon in unser Bett.

Die Kabinen der „Princess Seaways“ sind schon neu renoviert, überhaupt macht das ganze Schiff einen überholten und moderneren Eindruck.
März 17 2024
Ein Wochenende an der Mosel – pt. 3
Sonntag – nach dem gleichen, guten Frühstück haben wir das Auto neu gepackt – das war schon eine Herausforderung, durch die zusätzlichen Weinkisten – aber mit dem Rucksack zwischen den Beinen sind wir nach Cochem gefahren.

Das Wahrzeichen von Cochem ist zweifellos die majestätische Reichsburg, die hoch über der Stadt thront und wie aus einem Märchen entsprungen wirkt. Diese beeindruckende Burg, die im 11. Jahrhundert erbaut wurde, bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die malerische Landschaft der Mosel und ist ein faszinierendes Beispiel für mittelalterliche Architektur und Verteidigungskunst.
Dort war Ostermarkt und wir haben den beiden das kleine, mittelalterliche Städtchen gezeigt, in dem man im Sommer/Herbst vor Touristen kaum laufen kann.

Die Altstadt von Cochem ist schon ein Highlight, mit engen Kopfsteinpflasterstraßen, malerischen Fachwerkhäusern und gemütlichen Plätzen – aber es leidet unter einem starken Besucherandrang, der die Straßen oft überfüllt. Undenkbar, so ein „menschenleeres“ Foto im Sommer zu machen 😉
März 16 2024
Ein Wochenende an der Mosel – pt. 2
Am Samstagmorgen sind wir nach einem tollen Frühstück nach Neef gefahren. Wir haben diese Wanderung schon im Oktober gemacht und waren so begeistert, dass wir das jetzt noch einmal mit den beiden wiederholen wollten. Auf der Fahrt dorthin hatte es kräftig geregnet.

Ein kurzer Fotostopp auf der Höhe von Beilstein musste sein – wir kommen da am Nachmittag noch einmal hin 😉


In Neef angekommen kam die Sonne raus und die Welt war wieder in Ordnung. Von hier sind wir nach Stuben zu einer Klosterruine gewandert, von dort aus durch die Weinberge hinauf auf den Frauenberg.

Die Klosterruine Stuben, auch bekannt als Kloster Stuben oder Kloster Stuben an der Mosel, war ein ehemaliges Kloster in der Nähe des Dorfes Stuben in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Es wurde im 11. Jahrhundert von Benediktinermönchen gegründet und diente als wichtiger religiöser und wirtschaftlicher Knotenpunkt in der Region. Das Kloster wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum.

Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst und verfiel später zu einer Ruine. Trotz seines Verfalls behält die Klosterruine Stuben ihre historische Bedeutung und ist heute ein beliebtes Ziel für Touristen und Geschichtsinteressierte, die die Überreste erkunden und mehr über die Geschichte der Region erfahren möchten.

Dort gibt es einen schönen Rastplatz und einen weiteren Aussichtspunkt (Eulenköpfchen), von dem man die ganze Moselschleife überblicken kann – bei Sonnenschein wirklich traumhaft – und wir hatten das Glück. 🙂

Wir haben dort ein schönes Picknick gemacht, eine Flasche Wein getrunken 😉 und sind dann weiter durch die Weinberge wieder zurück nach Neef gewandert.

Hier haben wir den beiden gezeigt, was eine Steillage bedeutet. Von unten sieht das ganz anders aus, als wenn man am oberen Ende des Weinberges steht. Das kann eigentlich auch gar kein Foto so wiedergeben, es ist einfach (mit ca. 50 Grad) sehr, sehr steil …

Das späte Mittagessen hatten wir in Neef geplant, im Restaurant „Zum Schleusenblick“, in dem man ausgezeichnet indisch essen kann (hatten wir ja schon alles im Herbst erkundet).
Wir lagen sehr gut im Zeitplan und sind dann noch nach Beilstein gefahren. Eines der „typisch deutschen Mittelalterstädtchen“ an der Mosel – in dem man im Sommer vor Touristen kaum treten kann. An einem nun doch wieder trüben Samstagnachmittag im März aber unheimlich entspannt – trotzdem wunderschön.

Um im Zeitplan zu bleiben, sind wir dann aber auch schnell zurückgefahren (so groß ist Beilstein auch nicht) – Johannes wollte unbedingt noch Wein kaufen. Weil ihm ein bestimmter Wein am Vorabend bei der Weinprobe so gut geschmeckt hatte, sind wir zu diesem Winzer in Ernst gefahren, haben ihn am Samstagnachmittag gegen 17 Uhr heraus geklingelt (was aber normal ist), kurz ein paar Weine probiert und 2 Kisten vollgepackt. Jetzt wurde es aber mit unserem Zeitplan langsam knapp – um 18 Uhr hatten wir eine Weinprobe bei unserem Lieblingswinzer Lutz Hommes verabredet.

Es war keine Weinprobe im gewohnten Sinn … wir hatten ja schon im Herbst einen „innigen“ Kontakt und so bat er uns einfach in seinen Keller und eigentlich hätten wir dort die ganze Karte durch trinken können. Wir haben uns unheimlich toll unterhalten, haben sehr viel erzählt, aber auch gelernt – und ganz viel probiert. Das war so unheimlich schön, kurzweilig und auch spannend. Am Ende haben wir wieder neue Kisten Wein bestellt – aber da unser Auto ja schon voll war, es uns einfach schicken lassen. Und wir haben nicht mal etwas für den Abend bezahlt … ich denke, er weiß genau, dass wir wiederkommen. 😉

Zurück im Hotel haben wir dann den restlichen Käse, Wurst und Brot (vom Inder) verspeist, haben wieder gespielt und so einen großen Spaß gehabt, wie lange nicht mehr.
März 15 2024
Ein Wochenende an der Mosel – pt. 1
Dieses Wochenende haben wir mit unserem jüngsten Sohn an der Mosel verbracht.
Am Freitagmorgen trafen wir uns zu Hause und präsentierten unseren Wochenendplan, bevor wir Richtung Westerwald/Hunsrück aufbrachen. Unser erstes Ziel war die Geierlay Hängebrücke. Wir hatten Sorge, dass uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen könnte, aber bisher blieb es trocken. Zwar gab es unterwegs heftigen Regen, aber als wir in Mörsdorf ankamen, klarte es auf, und sogar die Sonne zeigte sich zeitweise. Also machten wir uns auf den Weg zur Hängebrücke, wo wir viel Spaß hatten.

Die Geierlay Hängebrücke, erbaut im Jahr 2015 im Hunsrück, ist jetzt mittlerweile „nur noch“ die drittlängste Hängebrücke Deutschlands.
Seit Anfang Juli 2023 kann man auf der 665 Meter langen Hängebrücke „Skywalk“ in Willingen (Upland) einen traumhaften Ausblick über das Strycktal genießen. Damit ist sie jetzt die längste in Deutschland und zählt auch zu den längsten Hängebrücken der Welt. Die Hängeseilbrücke Blackforestline (Pfingsten 2023 eröffnet) spannt sich mit 450 Meter über den Schwarzwald und ist die zweitlängste Hängeseilbrücke Deutschlands.
Die Geierlay-Brücke zählt aber trotzdem mit zu den coolsten Hängeseilbrücken in Deutschland! Sie hängt an 40 Millimeter starken Tragseilen, hat einen Holzboden (im Gegensatz zu durchsichtigen Stahlgitternsegmenten) und spannt sich insgesamt 360 Meter über das Tal. Der Begriff „Lay“ kommt aus dem Keltischen und bedeutet Schiefer oder Schieferfelsen.

Die Brücke bietet nicht nur eine beeindruckende Aussicht auf die malerische Landschaft des Hunsrücks, sondern eröffnet auch eine neue Perspektive für Besucher, die die Region erkunden möchten. Ihr leichtes Schwingen während des Überquerens verstärkt das Abenteuergefühl und macht den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für Ingenieure und Architekten ist die Geierlay Hängebrücke ein inspirierendes Beispiel für die gelungene Verbindung von Technik und Natur. Sie zeigt eindrucksvoll, wie menschliches Können und natürliche Schönheit sich harmonisch vereinen können, um ein Meisterwerk zu schaffen, das Besucher aus aller Welt anzieht und begeistert.
Wir hatten die Brücke bereits während der Corona-Pandemie besucht, damals konnte man sie nur in eine Richtung überqueren und musste Eintritt zahlen – das ist jetzt alles anders. Die Brücke ist von beiden Seiten zugänglich, rund um die Uhr geöffnet und kostenlos zugänglich. Allerdings erhebt die Gemeinde Mörsdorf eine Parkgebühr von 10€, was durchaus ok ist. Wenn man bedenkt, dass der Eintritt an anderen Hängebrücken um die 20€ kostet – und man den Parkplatz dort auch noch extra bezahlen muss …
Auf dem Rückweg begann es zwar kräftig zu regnen, aber glücklicherweise waren es nur kurze, ergiebige Schauer.

Anschließend fuhren wir weiter Richtung Mosel und kamen pünktlich in Ernst an, einem kleinen Moseldorf in der Nähe von Cochem. Nach einem Mittagessen besorgten wir uns bei einem Metzger Wurst und Käse und holten bei unserem Lieblingswinzer Lutz Hommes, den vorbestellten Wein ab.

Unser Hotel lag nur ein paar hundert Meter entfernt – ein charmantes Boutique-Hotel mit 12 Zimmern, ehemals das alte Pfarrhaus, das auch heute wieder diesen Namen trägt. Ich hatte bereits im Voraus alles organisiert, aber wir wurden dennoch angenehm überrascht, mit einem kostenlosen Upgrade auf zwei Junior-Suiten unterm Dach. Johannes und Moni hatten ein Zimmer mit zwei Etagen und wir auch genügend Platz, sowie schönem Fachwerkdetails im Raum. Es war wirklich perfekt.

Um 17 Uhr hatten wir eine Weinprobe gebucht, die vom Hotelbesitzer, Karsten Vaelske, selbst Sommelier Stufe 2, durchgeführt wurde. Wir saßen also zu viert bei Kerzenschein im Frühstücksraum und genossen es in vollen Zügen. Wir probierten sechs Weine aus dem Ort (drei weiße und drei rote von jeweils drei Ernster Winzern).
2022er Riesling Hochgewächs feinherb (Leo Klaus)
2020er Chardonnay trocken Reserve (Lönartz-Thielmann)
2022er Sauvignon Blanc trocken (Ulrich Göbel)
2021er Ernster Feuerberg, Dornfelder trocken (Leo Klaus)
2020er Spätburgunder Reserve trocken (Lönartz-Thielmann)
2018er Merlot trocken (Ulrich Göbel)
Das Ganze machte viel Spaß, besonders da die Flaschen verhüllt waren und wir eine Blindverkostung erlebten. Durch intensives Riechen, Schmecken und Diskutieren näherten wir uns dem Wein an und lagen oft gar nicht so falsch – oder hatten zumindest ab und zu Glückstreffer. Es war ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Abend, bei dem wir viel erzählten und lernten – einfach wunderbar.
Feb. 11 2024
16 km ostwärts (Warnemünde 2024 – pt. 4)
Es ist Sonntag. Wir sind wieder in unserem gewohnten Rhythmus – heute laufen wir, solange uns die Füße tragen, Richtung Graal-Müritz.

Nein, diese Zeiten sind vorbei … Aber wir folgen unserer Tradition und fahren mit der Fähre hinüber zur Hohen Düne.
Was für ein Glück wir doch haben – beim Anlegen sehen wir eine große Finne – von rechts unter der Fähre hindurchschwimmen – was war das? Ein Tümmler? Nein, in der Ostsee verirren sich nur selten Tümmler und sie haben keine Finne. Google hilft immer und wir haben wirklich einen Delfin in Warnemünde gesehen – seit Mai treibt er sich hier herum … Was ein Glück …

Erfahrungsgemäß ist das Laufen am Strand auf dieser Seite ziemlich anstrengend. Der Sand ist hoch und weich, das wird im Laufe der Zeit sehr anstrengend.



Die Wellen sind sehr hoch und immer wieder stehen wir einfach nur da und genießen das Meer. Still und jeder für sich, in solchen Momenten müssen wir nicht viel reden. Wir spüren die See, die Wellen, den Wind, die Gischt – da brauch es keine großen Worte.

Als das Stapfen im tiefen Sand zu viel wird, gehen wir den nächsten Dünenweg hinauf zur Straße und laufen ein Stück auf dem Asphalt entlang. Es ist wesentlich angenehmer zu laufen, aber wir wollen doch wieder zurück ans Meer.

Später setzen wir uns in die Dünen und packen unsere Fischbrötchen aus. Trotz des Schietwetters – das ist ein Genuss …

In Markgrafenheide laufen wir zurück zur Straße und gehen hier den Weg zurück bis nach Hohe Düne.

Die Scandlines-Hybridfähre „Copenhagen“ läuft gerade vor uns aus dem Hafen aus – wir haben uns schon gestern über den hohen Schornstein gewundert … mhhhh, ich forsche nach:
Nein, es ist kein überdimensionierter Schornstein, der hoch über das Deck der Scandlines-Hybridfähre thront. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht danach aussieht, handelt es sich bei dem 30 Meter hohen Zylinder um ein Rotorsegel, das mit der Kraft des Windes Treibstoff spart und Emissionen verringert.
Rotorsegel nutzt Magnus-Effekt zum Vortrieb mittels Wind
Beim Norsepower-Rotorsegel handelt es sich um eine moderne Version des Flettner-Rotors, den Anton Flettner (1885 – 1961) bereits vor rund 100 Jahren als Schiffsantrieb patentieren ließ. Das Prinzip beruht auf dem Magnus-Effekt (Heinrich Gustav Magnus, 1802–1870): Trifft Wind auf einen in Rotation versetzten Zylinder, wird die Luft auf einer Seite beschleunigt und auf der gegenüberliegenden Seite abgebremst. Unter- und Überdruck erzeugen eine zusätzliche Kraft, die im rechten Winkel zur Windrichtung wirkt – bei seitlichen Winden in Fahrtrichtung des Schiffes.
Das auf der Scandlines-Fähre installierte Norsepower-Rotorsegel ist 30 Meter hoch, hat einen Durchmesser von fünf Metern und wiegt rund 42 Tonnen. Ein Elektromotor versetzt den Zylinder in Rotation. Abhängig von Windrichtung und -geschwindigkeit wird die Drehzahl vollautomatisch angepasst, bis zu 180 Umdrehungen pro Minute sind möglich. Während der Revierfahrten vor Rostock und Gedser rotiert das Segel mit minimaler Drehzahl, um die volle Manövrierfähigkeit zu erhalten. Den idealen Wirkungsgrad erreicht das Rotorsegel, wenn der Wind quer zur Fahrrichtung oder leicht von hinten weht. Auf der Nord-Süd-Route von Gedser nach Rostock ist dies aufgrund vorherrschender Westwinde überwiegend der Fall.

Die Fähre bringt uns wieder zurück nach Warnemünde, „gezwungenermaßen“ müssen wir noch über den Fischmarkt gehen, essen leckere Fischsoljanka und Bratheringsbrötchen – machen noch einen kurzen Stopp auf dem Marktplatz um einen Glühwein zu trinken – bevor wir dann wieder geschafft nach 16 km in unsere Hotelbetten fallen.

… und hier machen wir lieber Schluss. Morgen geht es wieder nach Hause.
Quellen:
https://www.rostock-heute.de/scandlines-hybrid-faehre-berlin-rotorsegel-schornstein/118812
