Australien

Der Wecker klingelt um 4:50 Uhr. Halb 6 rollen wir aus dem Resort in Richtung Nationalpark. Um 6:14 Uhr geht heute die Sonne auf und wir wollen das bei den Kata Tjutas erleben. Und nicht nur wir – der Sonnenaufgangs-Parkplatz ist schon gut gefüllt. Es ist auch noch ziemlich kalt und harmlose Wolken ziehen am Himmel vorbei.

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Der Sonnenaufgang ist gar nicht so spektakulär – das Licht ist lange nicht so intensiv wie beim Sonnenuntergang. Somit leuchten die Kata Tjutas auch nicht so intensiv rot. Aber der Uluru in der Ferne bietet mit dem dramatischen Himmel ein wunderschönes Motiv. Die Menschenmassen fotografieren und filmen, was das Zeug hält…. Nach diesem Spektakel leert sich der Parkplatz schnell.

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Wir fahren zum Sonnenuntergangs-Parkplatz und frühstücken erst einmal im Auto. Hier gibt es Toiletten und Wasser. Dann packen wir unsere Rucksäcke und fahren ein kleines Stück weiter zum nächsten Parkplatz – wir möchten ins Valley of the Winds. Dieser Ort ist insbesondere den Männern der Anangu bei ihren Riten heilig und sollte daher mit Respekt “begangen” werden.

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Der erste Teil des fast 8km langen Valley of the Winds Walk bis zum Karu Lookout ist sehr zu laufen – vorausgesetzt man hat festes Schuhwerk an. Wir sehen aber auch Touristen mit Flip-Flops… tzzz. Der nächste Abschnitt bis zum Karingana Lookout wird etwas schwieriger, man muss zwischen und über Felsen klettern und eine gewaltige Felsplatte überwinden. Aber es ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

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An Tagen über 36 Grad wird das Valley für Touristen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zum Glück sind wir früh unterwegs und sind bereits zurück am Parkplatz, als die Sonne hoch am Himmel steht.

Wir fahren ins Uluru Kata Tjuta Culture Centre. Wer sich wirklich für die Geschichte und Kultur der Aboriginal People interessiert, der kann hier viele Stunden verbringen. Es gibt wohl kaum ein heikleres und sensibleres Thema für Australier als das Verhältnis zu ihren Ureinwohnern. Es ist geprägt von gegenseitigen Vorurteilen, Halb- oder Nichtwissen. Hier lernen wir sehr viele Dinge überhaupt erst, andere besser verstehen und begreifen. Es herrscht eine eigentümliche, schwer zu beschreibende Atmosphäre in den Räumen. Wer es bis zum Uluru geschafft hat, der sollte unbedingt hier genügend Zeit einplanen. Ich mir ganz sicher, wer das hier gesehen und begriffen hat, wird den Berg mit anderen Augen sehen.

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Auf dem Rückweg ins Resort kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und holen dann erst einmal etwas Schlaf nach. Zum Sonnenuntergang wollen wir wieder im Nationalpark sein – dieses Mal am Uluru. Wir machen uns schon beizeiten auf den Weg, denn die Parkplätze an der Sunset Area sind beschränkt. Es gibt zwei – einen für die Busse und einen für die Pkw. Wir machen es wie die anderen auch – nehmen unsere Campingstühle und setzen uns in die erste Reihe. Bis 18:50 Uhr sind es noch ein paar Minuten und der Bereich füllt sich schnell. Auch der weiße Mond steht schon hoch am noch blauen Himmel.

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Und dann beginnt das Schauspiel und man hört Aaa’s und Ooh’s und das Klicken von unzähligen Kameras und Handys 😉 Man muss es schon mal erlebt haben, der gewaltige Monolit glüht für einen kurzen Moment in einem satten, warmen Rotton. Wobei ich im Nachhinein sagen muss, dass der Sonnenuntergang an den Kata Tjutas fast noch schöner war. Nachdem die Sonne untergegangen ist machen wir uns auch wieder auf den Weg zurück ins Resort. Morgen früh sind wir wieder hier, wenn sie aufgeht!

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