Am frühen Morgen machen wir uns wieder auf dem Weg – fahren aus dem Resort zurück auf die B83 in Richtung Leigh Creek. In diesem Ort gibt es auch heute noch eine Kohlemine – aber heute leben hier nur noch etwa 550 Einwohner. Hier machen wir eine längere Pause. Wir tanken, holen uns Bier im Bottleshop, in Liz’s Open Cut Cafe kaufen wir ein paar Karten und essen einen Burger. Dann geht es weiter Richtung Maree.

Im Roadhouse tanken wir noch einmal – auch wenn es nur 15l sind, denn auf dem Oodnadatta Track gibt es nur zwei Tankstellen (William Creek und Oodnadatta). Der Ort scheint menschenleer zu sein, es gibt ein paar alte Eisenbahnwagons und eine Lokomotive des Old Ghans, über einen großen, leeren Sandplatz fegt der Wind. Ein bisschen gespenstisch ist das schon …
Hier in Maree beginnt der Track – 617 km unbefestigte Outbackpiste. Das große Schild zeigt alle Abschnitte als “offen”. Nach starken Regenfällen kann der Weg jedoch für bestimmte Fahrzeuge unpassierbar sein.

Ziemlich am Anfang des Tracks nach ca. 30km kann man bei Alberrie Creek ein paar ganz spezielle Skulpturen nicht übersehen – den Mutonia Sculpture Park. Die imposanten Skulpturen aus Stahl werden von Robin Cook gebaut, welcher zusammen mit Joe Rush die Mutoid Waste Company gegründet hat.

Am Lake Eyre machen wir den nächsten Stopp. Das ist der größte See und mit 17 m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Australiens – aber seit Jahrzehnten eine 10.000 Quadratkilometer große Salzwüste.

Seinen vollen Wasserstand erreicht der Lake Eyre jedoch nur drei bis vier Mal pro Jahrhundert – in den letzten 150 Jahren lief die Senke nur drei Mal komplett voll – zuletzt im Jahre 1974. Wasser erhält der See nur, wenn es in seinem von Wüsten dominierten Einzugsgebiet starke und anhaltende Regenfälle gibt. Die Luft flimmert und am Horizont kann man das weiße Salz sehen.

PS: [Januar 2016]: Der See füllt sich langsam wieder mit Wasser. Der Grund dafür sind ungewöhnlich starke Regenfälle in den Wüstengebieten nördlich des Sees.

Am Abend erreichen wir den Coward Springs Campground – ein wunderschöner, familiengeführter Campingpatz. Früher war das einmal eine Haltestelle an der alten Ghan Eisenbahnlinie. Zehn Jahre nach der Aufgabe der Bahn im Jahre 1980 wurden die alten Gebäude liebevoll rekonstruiert und hunderte einheimische Bäume neu angepflanzt. Es handelt sich um einen Campground mit Self Registration, d.h. man legt das Geld in einen entsprechend beschrifteten Umschlag und wirft es in den daür vorgesehenen Kasten ein.

Coward Springs Campground
1 Oodnadatta Track, Coward Springs SA 5710, Australia
http://www.cowardsprings.com.au

Ein weiteres Auto steht unter den Bäumen, ansonsten sind wir ganz alleine hier. Strom und Trinkwasser gibt es hier nicht – wer duschen möchte, muss vorher den Kessel anheizen, der aus zwei großen unterirdischen Regenwassertanks gespeist wird. Wir bereiten uns auf dem Gaskocher eine Nudelsuppe zu und trinken ein Bier. Nach dem Abendessen erkunden wir die Umgebung des Campingplatzes und erleben einen der schönsten Sonnenuntergänge auf unserer Tour.

Sobald es dunkel ist, hört man auch keine Vögel mehr und es wird still in der Wüste. Nur der Wind rauscht in den Bäumen und treibt die Wolken über den Himmel – so haben wir auch heute Nacht wieder keinen richtigen Sternenhimmel 🙁